Wer Software entwickelt (oder überhaupt – im Team – an etwas arbeitet), tut gut daran, ab und an von der fachlichen und technischen Ebene in die Metaebene zu wechseln. Das nennt sich im Software Engineering Review oder Retrospektive.
Wozu ist das gut?
Mal überlegen. Was könnte es bringen, mal innezuhalten und zurück zu sehen? Hm… Retrospektive ist NICHT:
- Blick zurück
- Nabelschau
- Konfliktbewältigung
- Kuscheln für Fortgeschrittene
- Streichelzoo
- Gelegenheit für Schuldzuweisungen
- Stuhlkreis
- …gut, dass wir drüber geredet haben…
Retrospektive heißt:
- It‘s about process improvement, Stupid
(inspiriert und zitiert aus dem Vortrag „Scrum, Agile Developer Skills, Design Thinking“ von Christoph Mathis, SEACON 2012)
Was sind die richtigen Fragen?
Naja, alles was man wissen will, was in der Zukunft besser werden könnte. Oder auch mal Ursachenforschung an Punkten, wo es klemmt. Und natürlich nicht zu vergessen: die menschliche Seite (Stichwort: Konfliktvermeidung im Frühstadium). Einige Beispielfragen:
- Was behindert mich? Wie kann ich die Blockade beseitigen?
- Laufen die Tests?
- Habe ich ausreichend getestet?
- Bringt meine aktuelle Tätigkeit das Projekt voran?
- Wie läuft es überhaupt (gut/schlecht/teilweise hervorragend…)? Was sind die Gründe dafür?
- Passt die Aufwandsschätzung für die aktuelle Aufgabe?
- Habe ich alle notwendigen Refakturierungen durchgeführt?
- Welche Risiken gibt es gerade?
- Verstehe ich meine Aufgabe in ausreichendem Maß? Habe ich noch Fragen? Habe ich, was ich verstanden habe, meinem Auftraggeber widergespiegelt, um das, was ich verstanden habe, offenzulegen?
- Kann ich die Aufgabe meistern?
- Muss ich jemanden informieren? Wen alles?
- Würde ich wieder genauso vorgehen? Was lerne ich daraus?
- Weiß ich, wie lang ich für meine Aufgabe benötigen werde (reine Arbeitszeit/Kalenderzeit)?
- Kann ich stolz auf meine Arbeit sein? Sehe ich einen Sinn für mich in meiner Arbeit?
- Bin ich wirklich fertig?
- Hat jeder die Infos, die er oder sie braucht?
- Kann mir jemand helfen, meine Aufgabe besser und/oder schneller zu erledigen?
(Fragen inspiriert durch den Retrospektivenbecher von it-agile)
Wo gibt es noch mehr Infos?
- Agile Retrospective Resource Wiki:
http://retrospectivewiki.org - Code Reviews:
www.stellman-greene.com/aspm/content/view/33/40 - Walkthrough:
www.stellman-greene.com/aspm/content/view/34/40
Maria
In gewohnt guter Qualität bietet der Carl-Auer-Verlag hier einen kompakten Überblick über alte und neue Theorien zur Personalführung. Differenzierung und Diversität spielen eine Rolle. Das „postheroische Management“ hält vielfältige Antworten auf aktuelle Fragen bereit: Können sich Leute, die täglich mit Kopfarbeit und in Teams aktiv sind, selbst führen? Geht es bei der heutigen Arbeit nicht eher um Anerkennung als um hierarchische Kontrolle durch Einengung? Wo sind Führungskräfte eher Spielball als Spieler?
Wie alle Studi-Kompasse besteht das Buch aus drei Teilen. Im ersten Teil gibt es allgemeine Infos zum Studium. Im zweiten Teil werden Studiengänge der Ingenieurwissenschaften an verschiedenen Hochschulen in Süd- (bzw. Nord-) Deutschland kurz vorgestellt. Im dritten Teil schließt die Autorin mit Zukunftsaussichten und Praxis. Dort gibt sie kurz, aber anschaulich einen Überblick über die Arbeitsmarktsituation, Berufsaussichten und Tätigkeitsfelder. Das ist gut, nur leider etwas allgemein. Das liegt allerdings in der Natur der Sache, denn die Ingenieurwissenschaften unterscheiden sich ja doch sehr voneinander. Nichtsdestotrotz gibt es gute Basisinformationen. Das Buch eignet sich für junge Leute, die auf der Suche sind bzw. vor ihrem Studienbeginn stehen. Die Infos (vor allem im ersten und dritten Teil) sind solide und liefern einen guten ersten Einblick.
Auch der Studi-Kompass für WiWi und WiIng bietet gutes Basiswissen. Ich denke, auch er lohnt sich für Leute in der Findungsphase (bzw. Leute, die Andere in der Findungsphase begleiten).





Es ist endlich wieder soweit! Das Programm der Sommerstudien in Bremen ist online.


Wow, was für ein spannendes Thema! Und Johanna Müller-Ebert betrachtet es von allen möglichen Seiten. Es geht ums Trennen, Beenden, Aufhören, Loslassen, Entrümpeln. In Bezug auf Dinge, Beziehungen, Personen, Arbeit, Gewohnheiten… Dementsprechend kann sich die geneigte Leserin auch die Kapitel rauspicken, bei denen sie gerade am Thema interessiert ist. Das ist von der Autorin auch ausdrücklich erwünscht. Die psychologischen Zusammenhänge und – Achtung, gar nicht technisch: – gestalttherapeutischen Hintergründe kann man lesen oder es lassen. Aber gut, dass es – bei Bedarf – gleich mit dabei ist.
Auf Patrick Cowden aufmerksam wurde ich , als ich ihn im Fernsehen diskutieren sah. Seine Beiträge fand ich interessant und seine Vergleiche beruhten auf Erfahrung. Außerdem traf er ins Schwarze. Sympathisch wirkt der amerikanische Einwanderer auf mich auch dadurch, dass er mit „wir“ die Deutschen meinte.