Think Human
Das Buch startet direkt auf Seite drei mit einem Praxisbeispiel, das mich sofort in den Text hineinbeamt: Ein Bild von einem (sehr bequemen) Stuhl, ich als Nutzerin möchte das Ding sofort haben! Und auf diese Reise (Internet, Stuhl kaufen) nimmt mich der Autor mit. Wir starten also auf einer Website, die im Shop u. a. Stühle verkauft. Bilder, Suche, was noch… Erster Zwischenstopp: Die Navigation. Also… wo bin ich überhaupt und noch wichtiger, was ist der nächste Schritt zu meinem Ziel? Wo muss ich lang? Und zwar schnell! Design, sag’s mir!
Theoretische Inputs werden durch praktische Übungen unterbrochen, z. B. soll man selbst erstmal einen Onlineshop aufsuchen und sich diesen unter einigen Aspekten ansehen, bevor man weiterliest.
Aufgeteilt ist das Buch in drei Teile: Kognition („Erfahrung“ neu denken), Nutzerforschung (Geheimnisse aufdecken), Design (Erfahrungsebenen auf SW- oder Produkt-Design anwenden). Der erste Teil des Buchs zeigt, welche kognitiven Prozesse zu einem positiven Nutzererlebnis führen. Der zweite Teil zeigt, wie man diese mithilfe von Kontextinterviews identifiziert. Der dritte Teil zeigt schließlich, wie man die erlangten Erkenntnisse umsetzt und in die eigene Arbeit integriert.
Man lernt, wie man sich an den Wünschen, Erwartungen und Denkprozessen von Kund*innen orientieren kann. Das Modell der sechs Erfahrungsebenen kategorisiert die UX-Sicht der Kund*innen. So soll man besser verstehen, Muster erkennen und das daraus gewonnene Wissen erfolgreich einsetzen können. Ehrlich gesagt, hat mir die Kategorisierung nicht sooo viel geholfen. Zum Beispiel im Bereich „Wegfindung“ vs. „Gedächtnis/Erinnerung“. Entweder hab ich die Beispiele nicht verstanden oder die Abgrenzung ist so fein, dass ich sie als Laie nicht verstehen kann? Hier hat mich der Autor ganz klar abgehängt. (Wegführung…hm… ist das eher Nutzerführung, User Journey oder Interaktionsdesign? Ich hab’s nicht so genau rausbekommen.)
Die deutsche Übersetzung ruckelt hier und da erkennbar. Stil: Der! Stil! Ist sehr! Amerikanisch! (You got it, don’t you?) Am Ende habe ich vermisst, dass neben eigenen Studienerkenntnissen noch konkretere oder mehr an meinen Erfahrungen anknüpfende Anwendungstipps dabei sind. Weniger sehr eng auf die eigene Sicht der eigenen Arbeit bezogen.
Gut: Immer wieder findet man Fragen, die weiter bringen. So wie diese: „Was machen wir mit den Daten, die wir da erhoben haben?“ – Ja, ich finde auch, dass man sich dazu Gedanken machen muss. Am besten VORHER :-)
Fazit: Durchwachsen. Gute Ideen für Fragestellungen. Die Kategorien… am Ende hat mir das wirklich nicht geholfen.
Themen
- Erfahrungen: Sehen, Erinnern, Entscheiden, Emotionen, Aufmerksamkeit, Sprache, Verlauf
- Automatismus und unbewusstes Handeln
- Visuelles System
- Bedeutung / Interpretation
- Wo bin ich? Orientierung
- Mentale Modelle
- Kommunikationsprobleme
- Probleme lösen
- Zwischenziele
- Information Overflow
- Wünsche, Ziele, Ängste
- Nutzerforschung: Erwartungen und Erfahrungen
- Empathie: Kontextinterview
- Sehen: Eye-Tracking, Heatmap
- Sprache: Interviews, Rohdaten, Fachkenntnisse
- Virtuelle Wege: Navi, Trampelpfade und Wegebau
- Stereotype
- Zeitnahe Bedürfnisse, Zeitgeist und Lebensphasen
- Sinngebung: Gemeinsamkeiten, Psychografie, Sprache, Emotion
- Eigene Annahmen hinterfragen
- Wünsche vs. wirklich Gewünschtes
- Entdecken und Definieren
- Entwickeln und Liefernn
- Design-Thinking: Learning While Making
- Testen
- Evidenzbasiert entscheiden
- Zeitlicher Ablauf
- Menschen verbessern (?) und KI
- Erkenntnisse über bewusste und unbewusste Denkprozesse
John Whalen: „Think Human: Kundenzentriertes UX-Design. Mit kognitiver Psychologie zu besseren Produkten“. dpunkt 2019. 29,90 EUR. Gibt’s als Print oder als e-Buch. ISBN 978-3-86490-715-9.
Maria



Das Lehrbuch liefert Grundlagen für angehende Computerspieldesigner*innen. Es beginnt damit, die allgemeinen Zusammenhänge des menschlichen Spielens zu erläutern. Dabei betrachtet es ausführlich auch vernetzte Medien und Communitys (Gemeinschaften in den virtuellen Räumen). Technische Aspekte spiegeln sich in verschiedenen Feldern wider: Spielentwicklung (eigentliches Game Design / Produktion) , Programmierung, Funktionsweisen und Jobprofile in der Spieleindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf allgemeinen Prinzipien, denn die Technologie unterliegt einem so schnellen Wandel, dass das Buch sonst quasi sofort veraltet wäre. Das Lehrbuch vermittelt alles in allem wichtige Grundlagen vor dem Hintergrund moderner spieltheoretischer Grundlagen. In dieser zweiten Auflage sind die Beispiele aktualisiert und es findet sich eine neue Engine (Unreal Engine) sowie Neuerungen zu Technik, Technologie, Skills.





Heute im Radio gehört. 



Lehren und lernen auf spielerische Art – geht das auch online? Sieht so aus… In diesem Kartenset sind 22 Karten mit je einer Methode für Online-Seminare. Die Methoden sind so gemacht, dass sie helfen, Lernprozesse in Gang zu bringen.

Unterhaltsam geht es zu in die Welt der Zahlen. Das beweisen ein Mathe-Professor und ein Meteorologe mit viel Spaß.

